16. Oktober 2020
| Marl

„Die rennen uns die Bude ein“

Mit der stark wachsenden Popularität unserer Sportarten in den vergangenen Jahren, verbunden mit der Einführung der Junioren-Altersklassen, wurden die Vereine im AFCV NRW vor neue Herausforderungen gestellt. Denn mehr SpielerInnen und mehr Mannschaften bedeuten ja nicht automatisch auch mehr Trainerinnen und Trainer. Ganz im Gegenteil mussten die wenigen vorhandenen Coaches meist auf andere Mannschaften verteilt werden. Hier wurden oftmals in Windeseile neue Strukturen geschaffen, um die SpielerInnen bestmöglich zu betreuen.

American Football und Cheerleading sind Sportarten, bei denen es im Trainerbereich auf viel Erfahrung ankommt. Viele Nachwuchs-Coaches profitieren am Anfang vielleicht von ihren Erfahrungen aus ihrer aktiven Zeit oder haben sich bereits einiges bei anderen Coaches abgeschaut. Darüber hinaus gilt es, den Horizont zu erweitern, über den Tellerrand zu blicken und von anderen zu lernen.

Daher hat die Aus- und Weiterbildung von Trainerinnen und Trainern im AFCV NRW schon seit Jahren einen hohen Stellenwert. Sportdirektor Andreas Kegelmann ist im Landesverband NRW für den Ausbildungsbereich zuständig und gibt uns einen kleinen Einblick in aktuelle Themen und die Entwicklung der vergangenen Jahre.

AFCV NRW: Welche Ausbildungen werden in NRW aktuell angeboten?

Kegelmann: In der anstehenden Ausbildungsperiode haben wir wieder den Trainerassistenten-Lehrgang und den darauf aufbauenden C-Lehrgang im Angebot. Während ich mich um den Bereich American Football kümmere, organisieren die Cheerleader ihren C-Trainerlehrgang selbständig. Mitte Oktober starten bereits die ersten Seminare.

AFCV NRW: Hast Du einen Überblick, wie der Zuspruch seitens der Vereine aussieht?

Kegelmann: Die rennen uns die Bude ein! Die ersten beiden TA-Lehrgänge waren in wenigen Stunden ausgebucht und auch die Wartelisten haben sich rasend schnell gefüllt. Also habe ich, unter anderem in Kooperation mit den Minden Wolves, zwei weitere Lehrgänge aus dem Boden gestampft. Und auch die waren in kürzester Zeit voll. Jetzt denke ich schon über einen fünften Lehrgang nach.

AFCV NRW: Und der C-Lehrgang?

Kegelmann: Hier war es genau das gleiche, obwohl wir in diesem Jahr erstmals sogar zwei Lehrgänge auf die Beine gestellt haben. Einer in Marl und einer in Köln. Der Cheerleader-Lehrgang ist ebenfalls sehr gut besucht.

AFCV NRW: Woher kommt der Run auf die TrainerInnenausbildung?

Kegelmann: Sowas hatten wir immer mal wieder phasenweise. In einem Jahr kommen viele, in der darauffolgenden Ausbildungsperiode sind es dann etwas weniger. Beim Trainer „C“ könnte die hohe Nachfrage daran liegen, dass wir 2019 nur den Kompaktlehrgang im Rahmen des GreenMachine-Camps in Kroatien angeboten haben. Daher kommen jetzt vielleicht mehr Leute, die nicht mit dorthin fahren konnten. Insgesamt ist die große Nachfrage aber auch dem allgemeinen Wachstum unserer Sportarten in NRW geschuldet – vielleicht nur etwas zeitverzögert.

AFCV NRW: Welche Möglichkeiten gibt es sonst noch, sich als TrainerIn fortzubilden?

Kegelmann: Hier in NRW bieten wir eigentlich jährlich auch eine zweitägige Coaches Convention an. Daran kann zwar grundsätzlich jeder teilnehmen, aber viele Coaches nutzen die Gelegenheit, um neue Dinge zu lernen, altes Wissen zu vertiefen und dabei die notwendigen Fortbildungsstunden zur Lizenzverlängerung zu sammeln. Dazu laden wir immer wieder Top-Referenten ein, die ihr Wissen gerne teilen. Solche Trainerfortbildungen bietet aber eigentlich fast jeder Landesverband an. Am bekanntesten sind sicherlich die Conventions in Bayern und Baden-Württemberg. Die Ausbildungen zum A- und B-Trainer finden nur über den Bundesverband in Frankfurt statt, wobei B-Trainer auch auf der NRW-Convention Fortbildungsstunden sammeln können, wenn sie bei einem unserer Mitgliedsvereine coachen.

AFCV NRW: Während die Inhalte im C-Lehrgang ja weitgehend immer die gleichen sind, woher kommen die Themen für die Conventions?

Kegelmann: Meist suchen wir nach passenden Referenten und die bringen dann ihr eigenes Thema mit. Das sollte allerdings nicht zu ausgefallen sein. Durch unsere vielen Aktionen in NRW, gibt es mittlerweile ein gutes Netzwerk an erfahrenen Ausbildern. Und es kommen immer wieder Experten aus anderen Landesverbänden oder den USA mit dazu. Es kann aber auch sein, dass von den TeilnehmerInnen im Vorfeld ganz konkrete Themenvorschläge gemacht werden. Die versuchen wir dann zu berücksichtigen und umgekehrt passende Referenten dafür zu finden. Wir haben auch schon ganze Conventions unter ein bestimmtes Motto gestellt. Kinderfootball oder Athletiktraining zum Beispiel.

AFCV NRW: Was ist Dir im Bereich Ausbildung besonders wichtig?

Kegelmann: Ich finde es klasse, wenn man bestimmte Events mit dem Teilen von Wissen verbinden kann. Deswegen haben wir zum Beispiel auch eine Kurzfortbildung mit den NFL-Profis organisiert, die 2019 im Rahmen des AFWB-Camps in Oberhausen waren.

Im Moment arbeite ich an einer Software die es uns ermöglicht, unsere Coaches besser zu verwalten. Hier soll es eine Datenbank geben, wo jeder seine Lehrgänge und seine Lizenzen einträgt. Eine Erinnerungsfunktion soll den Coach auf die Verlängerung seiner Lizenz hinweisen und ihm sofort passende Angebote zumailen. Über einen Steckbrief kann der Coach dann seine gesamte Aus-, und Weiterbildung ausdrucken, um sich zum Beispiel für einen Trainerposten zu bewerben.

AFCV NRW: Ist für das kommende Jahr eine Coaches Convention geplant?

Kegelmann: Ja, wir würden die Trainerinnen und Trainer im Land gerne wieder einladen. In diesem Jahr hat die Convention noch kurz vor dem Lockdown stattgefunden. Wir wissen derzeit noch nicht, welche Veränderungen im Winter auf uns zukommen. Für unsere Lehrgänge haben wir ein stimmiges und sorgfältig ausgearbeitetes Hygienekonzept. Die Cheerleader treffen sich teilweise sogar nur per Videokonferenz. Allerdings macht uns die Corona-Situation ein wenig Sorgen, was die Größenordnung einer Convention angeht. Vielleicht wäre auch hier eine Online-Fortbildung eine Alternative, über die man einmal nachdenken könnte.

AFCV NRW: Wir sind gespannt. Vielen Dank für Deine Zeit.

AFCV NRW-Sportdirektor Andreas Kegelmann.

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Mit seinen mehr als 80 Mitgliedsvereinen ist der AFCV NRW der größte Landesverband für American Football und Cheerleading in Deutschland. American Football wird aktuell im Herrenbereich, sowie in den Jugendaltersklassen U10, U13, U16 und U19 angeboten. Die kontaktlose Variante, Flag Football genannt, findet bei uns in NRW vornehmlich an Schulen statt, wird aber auch in einigen Vereinen mit großer Begeisterung gespielt. Die Cheerleading-Vereine stellen ihr großes sportliches Können im Breitensport und bei den NRW-Landesmeisterschaften unter Beweis. Titelerfolge bei Deutschen Meisterschaften sowie Europa- und Weltmeisterschaften sind auch keine Seltenheit.

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