12. August 2026
| Marl

Jannik Schwolle pfeift in den USA auf höchstem Niveau

Vom AFCV NRW auf die Footballfelder der NCAA: Jannik Schwolle hat geschafft, wovon viele Schiedsrichter nur träumen. Der 33-Jährige erhielt als erster Deutscher Schiedsrichter die Möglichkeit, in der National Collegiate Athletic Association (NCAA) zu arbeiten. Aktuell ist er als Short Wing in der NCAA Division III der Old Dominion Athletic Conference im Einsatz und sammelt darüber hinaus Erfahrungen als Backup in höheren College-Divisionen. Auch im NCAA Flag Football steht er als Referee auf dem Feld.

Seine Schiedsrichterlaufbahn begann allerdings nicht in den USA, sondern in Nordrhein-Westfalen. Nach seiner Ausbildung im AFCV NRW entwickelte sich Jannik Schritt für Schritt vom Einsatz in den NRW-Ligen bis in die Regionalliga. Darüber hinaus sammelte er internationale Erfahrungen bei Spielen der niederländischen AFBN Eredivisie sowie beim Flag Football Junior-Länderturnier 2024.

Heute lebt Jannik in Wilmington im US-Bundesstaat North Carolina, wo er Wirtschaftspsychologie im Master studiert. Ursprünglich wollte er in den USA lediglich hinter die Kulissen des amerikanischen Officiatings blicken. Aus einem Besuch bei einem Meeting entwickelte sich jedoch eine außergewöhnliche Geschichte, die ihn innerhalb kurzer Zeit bis in den College Football führte.

Im Interview spricht Jannik über seinen Weg vom Spieler zum Schiedsrichter, seine Ausbildung im AFCV NRW, die Unterschiede zwischen dem Officiating in Deutschland und den USA sowie darüber, warum Lernen, Offenheit und Teamarbeit für ihn die wichtigsten Voraussetzungen für den Erfolg sind.

„Ich wollte dem Football etwas zurückgeben.“

AFCV NRW: Jannik, wie bist du ursprünglich zum Schiedsrichterwesen gekommen und wie verlief deine Ausbildung zum Official in Deutschland?

Jannik Schwolle: Mit 13 Jahren habe ich selbst angefangen, American Football zu spielen. Mein Weg führte mich über die U19 bis in den Herrenbereich. Football war damit über viele Jahre ein fester Bestandteil meines Lebens.

Mit 21 Jahren musste ich meine aktive Laufbahn allerdings beenden. Mein Beruf als Feldjäger bei der Bundeswehr und die damit verbundenen Anforderungen ließen sich nicht mehr zuverlässig mit dem Spielbetrieb vereinbaren. Der Sport hat mich aber nie wirklich losgelassen.

Als sich meine berufliche Situation einige Jahre später etwas beruhigte – ironischerweise ausgerechnet während der Corona-Zeit –, begann ich nach einer Möglichkeit zu suchen, dem Football etwas zurückzugeben. Ich konnte nicht mehr selbst auf dem Feld stehen, wollte dem Sport aber weiterhin verbunden bleiben. Und so wurde aus einem ehemaligen Spieler schließlich ein Zebra.

Meine Ausbildung begann im AFCV NRW. Dort lernte ich die Grundlagen des Officiatings und entwickelte mich Schritt für Schritt durch die verschiedenen Spielklassen bis in die Regionalliga. Zusätzlich durfte ich die niederländische AFBN Eredivisie unterstützen und beim Flag Football Junior-Länderturnier 2024 weitere Erfahrungen sammeln. Ich lernte dort nicht nur Regeln und Mechanics, sondern auch, wie wichtig Vertrauen, Kommunikation und Verlässlichkeit innerhalb einer Crew sind.

„Eigentlich wollte ich nur einmal bei einem Meeting zuhören.“

AFCV NRW: Was hat dich in die USA geführt? War von Anfang an klar, dass du dort auch deine Schiedsrichterkarriere fortsetzen möchtest?

Jannik Schwolle: In die USA geführt hat mich die Möglichkeit, hier meinen Master in Wirtschaftspsychologie zu absolvieren. Dass ich während dieser Zeit auch als Schiedsrichter aktiv sein würde, war überhaupt nicht geplant.

Etwa zwölf Monate vor meiner Ankunft habe ich mich erstmals damit beschäftigt, wie Football in der Region um Wilmington organisiert ist. Dabei bin ich sehr direkt vorgegangen: Ich habe die zuständige High-School-Schiedsrichtervereinigung angeschrieben und gefragt, ob ich vielleicht einmal bei einem kleineren Meeting dabeisitzen und zuhören dürfte.

Mein ursprüngliches Ziel war wirklich nur, einen Einblick zu erhalten. Ich wollte sehen, wie das Geburtsland dieses Sports das Officiating organisiert, wie dort über Regeln gesprochen wird und wie amerikanische Crews arbeiten.

Im Laufe des regelmäßigen Austauschs wurde mir dann sogar angeboten, bei einem hochwertigen Scrimmage im Funkkreis der Crew zuhören zu dürfen. Zu diesem Zeitpunkt hätte mir das vollkommen ausgereicht. Einmal hinter die Kulissen schauen, beobachten und lernen – mehr hatte ich zunächst überhaupt nicht erwartet.

AFCV NRW: Wie ist der Kontakt zur Schiedsrichterszene in den USA entstanden und wie hast du dort deine ersten Einsätze bekommen?

Jannik Schwolle: Zwei Wochen nach meiner Ankunft nahm ich an dem vereinbarten Meeting teil. Dort wurde erwähnt, dass es aufgrund der angespannten Personalsituation schwierig werden könnte, das bevorstehende Scrimmage vollständig zu besetzen.
Ich bot spontan an, einzuspringen. Dass ich zu diesem Zeitpunkt noch kaum Ahnung vom High-School-Regelwerk hatte, habe ich möglicherweise nicht besonders ausführlich erwähnt.

Aus diesem ersten Scrimmage wurde ein zweites. Kurz darauf wurde ich gefragt, ob ich bereit wäre, drei Stunden zu einer High School zu fahren und dort ein Training der Schule zu begleiten. Für mich war die Antwort selbstverständlich: Ja.

Bei diesem Training war auch der Verantwortliche für den High-School-Football in North Carolina anwesend. Nachdem er mich auf dem Feld gesehen hatte, sagte er: Wenn ich den Regeltest bestehe, würde er mir die Chance auf reguläre Einsätze geben.

Von dort aus entwickelte sich alles immer weiter. Ich war bereit, zusätzliche Wege auf mich zu nehmen, kurzfristig einzuspringen und viel in meine Entwicklung zu investieren. Am Ende meiner ersten Saison hatte ich weit mehr als 50 Spiele absolviert und wurde für die High-School-Play-offs nominiert. Damit war ich der erste First-Year-Official, der jemals in den Play-offs war, und zugleich der erste deutsche Schiedsrichter.

Dabei hatte ich immer wieder Menschen an meiner Seite, die mich gefördert haben. Sie schickten Aufnahmen meiner Einsätze an die richtigen Personen und öffneten mir Türen. Gleichzeitig investierte ich selbst viel Zeit und Geld in Clinics und Weiterbildungen, für die ich teilweise mehr als tausend Kilometer gefahren bin.

Dort durfte ich von Officials aus dem Umfeld der NFL und NCAA lernen – und dort trifft man auch die Menschen, die Talente beobachten und Entscheidungen treffen.
Am 3. April 2026 klingelte schließlich mein Telefon. Ich wurde gefragt, ob ich bereit sei, aus meinem Hobby etwas Ernsthafteres zu machen und als erster Nicht-Amerikaner den Weg als American-Football-Schiedsrichter in die NCAA zu gehen.

Zwischen Spielfeld und Seitenlinie

AFCV NRW: Auf welchem Level bist du aktuell im Einsatz und welche Position übernimmst du in der Crew? Was sind dort deine wichtigsten Aufgaben?

Jannik Schwolle: Im High-School-Football werde ich bis zum höchsten Level Graded A4 eingesetzt. Darüber hinaus arbeite ich in der NCAA Division III in der Old Dominion Athletic Conference als Short Wing. Für höhere Divisionen bin ich als Backup beziehungsweise Springer vorgesehen. Im NCAA Flag Football bin ich als Referee tätig. Die Aufgaben eines amerikanischen Short Wings sind denen eines Short Wings in Deutschland sehr ähnlich. Einer der größten Unterschiede ist jedoch das Management der eigenen Sideline.

Gerade in engen und emotionalen Spielen muss man die Stimmung früh wahrnehmen, klar kommunizieren und Grenzen setzen, bevor eine Situation eskaliert – und das ist als Nicht-Muttersprachler nicht immer einfach. Den Akzent hört jeder nach zwei Sätzen, und das macht das Ganze nicht einfacher. Dann bleibt nur noch die Möglichkeit, mit Professionalität und Regelkenntnis zu überzeugen. Die Emotionalität an den amerikanischen Seitenlinien ist kaum mit Deutschland vergleichbar.

Als Short Wing steht man genau zwischen dem Geschehen auf dem Feld und den Emotionen an der Seitenlinie. Man muss Ruhe ausstrahlen, ohne distanziert zu wirken, und Autorität zeigen, ohne die Situation unnötig zu verschärfen.

Für mich hat diese Position deshalb viel mit Psychologie zu tun. Nicht jedes Problem lässt sich durch eine Flagge lösen. Häufig sind Präsenz, ein kurzer Satz im richtigen Moment und respektvolle Kommunikation wirkungsvoller. Das Ziel ist nicht, eine Sideline gegen ihren Willen zu kontrollieren, sondern gemeinsam dafür zu sorgen, dass das Spiel kontrolliert bleibt.

„Football ist hier weit mehr als nur ein Sport.“

AFCV NRW: Was ist beim Pfeifen in den USA anders als in Deutschland? Gibt es Unterschiede, die dich besonders überrascht haben?

Jannik Schwolle: Der offensichtlichste Unterschied ist die physische Intensität. Bereits im High-School-Football werden athletische Leistungen erreicht, die man in Deutschland nur selten sieht. Gerade an hoch eingestuften Schulen werden viele ältere Spieler später in der NCAA Division I oder II spielen. Entsprechend schnell, kräftig und technisch anspruchsvoll ist das Spiel.

In den USA gibt es zudem feste Positionen und – wenn möglich – feste Crews. Das bedeutet nicht, dass man die anderen Positionen verlernt. Man wird auf der eigenen Position jedoch zum Spezialisten.

Dadurch, dass ich immer wieder mit denselben Menschen auf dem Feld stehe, entsteht eine besondere Verbindung. Mit der Zeit weiß man, wie die anderen denken und welche Informationen sie in einem entscheidenden Moment benötigen. Aus einer Crew wird so eine Gemeinschaft, die weit über den Spieltag hinausgeht.

Auch die Dimension des Spieltags ist kaum vergleichbar. Mehrere Tausend Zuschauer sind keine Seltenheit – selbst bei kleineren High Schools. Bei großen Programmen kommen volle Stadien, Polizeieskorten für die Teambusse, Marching Bands, Cheerleader, Einlaufzeremonien und mediale Begleitung hinzu.

Football ist hier, besonders in kleineren Städten, nicht nur ein Sportereignis. Der Freitagabend bringt Schulen, Familien und ganze Gemeinden zusammen. Das ist faszinierend, erhöht aber gleichzeitig den Druck auf alle Beteiligten.

Der Anspruch an die Schiedsrichter beginnt lange vor dem Kick-off. Die Anreise erfolgt im Anzug mit gepflegten, polierten Schuhen. Auch für das äußere Erscheinungsbild gibt es klare Vorgaben. Wer unrasiert ist, kann wieder nach Hause gehen. Wer ohne nachvollziehbaren Grund zu spät kommt, riskiert eine mehrwöchige Sperre.

Diese Konsequenz setzt sich auf dem Feld fort. Mechanics, die man grundsätzlich auch aus Deutschland kennt, werden hier noch weiter aufgegliedert und verfeinert. Es geht um jeden Winkel, jeden Blick und jeden einzelnen Schritt. Allein das Mechanics-Material für eine Seven-Person-Crew umfasst weit mehr als tausend Seiten Fließtext.

Mit der NCAA kamen außerdem neue Bereiche hinzu. Einer davon ist Replay. Wir arbeiten teilweise als Nine-Person-Crew und haben Review-Officials direkt im Funkkreis. Eine Entscheidung endet deshalb nicht immer mit dem Pfiff auf dem Feld – das ist neu und extrem ungewohnt. Informationen und Abläufe müssen dabei äußerst diszipliniert sein.
Auch Medientraining gehört zur Vorbereitung. Wir lernen beispielsweise, wie wir uns verhalten, wenn Kameras auf uns gerichtet sind und wie man mit Berichten in Zeitungen und lokalen Nachrichten umgeht.

„Aus gut wird besser – und aus besser soll irgendwann möglichst perfekt werden.“

AFCV NRW: Wie sieht die Aus- und Weiterbildung der Officials in den USA aus? Welche Rolle spielen Lehrgänge, Videoanalysen, Bewertungen und persönliches Feedback?

Jannik Schwolle: Weiterbildung ist hier keine freiwillige Ergänzung, sondern ein fester Bestandteil des Officiatings. In meinem Umfeld werden während der Offseason mindestens zehn Stunden Arbeit pro Woche erwartet.

Über etwa vier Monate finden wöchentliche Regelabende mit Videoanalysen statt. Hinzu kommen positionsspezifische Zoom-Meetings. Dort wird nicht nur besprochen, ob ein Call richtig oder falsch war. Analysiert werden Blickwinkel, Laufwege, Timing, Kommunikation und die Philosophie hinter einer Entscheidung.

Dass man 30 Minuten über einen einzigen Spielzug spricht, ist keine Seltenheit. Es geht nicht nur darum, eine Regel zu kennen, sondern zu verstehen, wann sie angewendet werden sollte und ob ein Call wirklich zur jeweiligen Situation passt.

Ich selbst habe inzwischen fünf größere Clinics aus dem Umfeld von NFL und NCAA besucht, darunter Veranstaltungen aus der SEC und ACC. Inoffiziell wird erwartet, mehrere solcher Clinics zu besuchen – wegen der Ausbildung, aber auch, um gesehen zu werden.

Das Wissen, das dort vermittelt wird, lässt sich kaum in einem Buch zusammenfassen. Es ist etwas Besonderes, mit 50 hochklassigen Officials in einem Raum zu sitzen und gemeinsam über die Philosophie eines Calls zu diskutieren.

Noch beeindruckender ist die Arbeit auf dem Feld. Officials, die bereits in einem Super Bowl standen, beobachten dort jeden einzelnen Schritt und erkennen Dinge, die man selbst kaum wahrnimmt: einen falschen Winkel, eine zu frühe Bewegung oder einen kurzen Blick an die falsche Stelle. Sofort erhält man Feedback und die Möglichkeit, sich zu verbessern.
Aus gut wird besser. Und aus besser soll irgendwann möglichst perfekt werden – auch wenn echte Perfektion wohl niemals vollständig erreichbar ist.

„Fehler sind keine Schwäche, sondern eine Chance.“

AFCV NRW: Was aus deiner Ausbildung und deiner Zeit als Schiedsrichter in Deutschland hilft dir heute in den USA besonders? Und gibt es Dinge aus dem amerikanischen Officiating, von denen wir in Deutschland lernen könnten?

Jannik Schwolle: Meine Ausbildung im AFCV NRW hat mir ein sehr solides und vielseitiges Fundament gegeben. Durch unterschiedliche Spielklassen, wechselnde Crewgrößen und verschiedene Einsatzbereiche habe ich gelernt, mich schnell auf neue Situationen und Menschen einzustellen. Ohne diese breite Grundlage hätte ich in den USA nicht so schnell auf dem bereits Erlernten aufbauen können.

Viele Grundgedanken des Officiatings sind in beiden Ländern gleich. Was ich in den USA jedoch noch einmal besonders intensiv erlebe, ist die Konsequenz, mit der an Details gearbeitet wird. Bei der Analyse eines Spielzugs geht es nicht nur darum, ob die Entscheidung am Ende richtig oder falsch war. Ebenso wichtig sind der Blickwinkel, die Position, die Bewegung, das Timing und die Kommunikation innerhalb der Crew.

Damit verbunden ist eine sehr offene Form des Feedbacks. Fehler werden nicht als Beweis dafür verstanden, dass jemand nicht gut genug ist, sondern als Ausgangspunkt für die weitere Entwicklung.

Das Gefühl von Familie ist hier sehr intensiv. Wenn mich jemand korrigiert, dann nicht, weil er seine eigene Überlegenheit zeigen möchte. Er tut es, weil er sich wünscht, dass ich beim nächsten Spiel besser auf dem Feld stehe.

Dadurch verändert sich auch die Bedeutung von Kritik. Sie fühlt sich weniger wie ein Angriff an, sondern wie eine Form der Unterstützung. Manchmal ist der Mensch, der einem den eigenen Fehler am deutlichsten zeigt, gleichzeitig derjenige, der am stärksten an die eigene Entwicklung glaubt.

Ich glaube, dass wir in Deutschland bereits ein starkes Fundament haben, das wir durch einen noch regelmäßigeren Austausch weiterentwickeln können – besonders durch Videoanalysen, bei denen nicht nur die großen und offensichtlichen Entscheidungen betrachtet werden, sondern auch die kleinen Details, die aus einem guten Official langfristig einen noch besseren machen.

„Sagt öfter Ja.“

AFCV NRW: Welche Ziele hast du für deine weitere Karriere als Schiedsrichter? Gibt es ein Level oder ein Spiel, das du irgendwann unbedingt erreichen möchtest?

Jannik Schwolle: Als ich in die USA kam, wollte ich lediglich einmal eine amerikanische Crew hinter den Kulissen erleben. Ich wollte bei einem Meeting dabeisitzen, zuhören und beobachten, wie das Officiating hier funktioniert.

Aus diesem Wunsch wurden mehr als 50 Einsätze im Tackle Football und über 100 Spiele im Flag Football. Außerdem durfte ich als Short Wing in diesem Jahr Scrimmages großer College-Programme begleiten, darunter Alabama, Georgia Tech und Virginia Tech.
Manchmal muss ich selbst kurz innehalten und mir bewusst machen, wie weit dieser Weg bereits geführt hat. Ich genieße jede Sekunde auf dem Feld, jedes Meeting und jede Clinic.

Ich bin unendlich dankbar dafür, so nah mit einigen der besten Schiedsrichter der Welt arbeiten und auf Ressourcen zugreifen zu dürfen, die für mich vor wenigen Jahren noch unerreichbar erschienen.

Natürlich wäre es großartig, wenn der Weg weiter nach oben führt. Ich möchte meine Zufriedenheit aber nicht von einem bestimmten Spiel oder einer bestimmten Division abhängig machen. Eine NCAA-Lizenz tragen zu dürfen, ist bereits sehr nah an der Spitze dieses Sports.

Wenn meine Reise hier endet, wäre das vollkommen in Ordnung. Und wenn sich eine weitere Tür öffnet, werde ich bereit sein, hindurchzugehen.

„Seid mutig genug, anzufangen.“

AFCV NRW: Gibt es etwas, das du angehenden Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern in Deutschland mit auf den Weg geben möchtest?

Jannik Schwolle: Habt keine Angst davor, noch nicht bereit zu sein. Niemand beginnt als fertiger Schiedsrichter. Man wird es durch jedes Spiel, jedes Gespräch, jeden Fehler und jeden Menschen, von dem man lernen darf.

Mein Weg in den USA begann nicht mit einem großen Plan. Ich wollte lediglich bei einem Meeting zuhören. Daraus wurde ein Scrimmage, dann eine dreistündige Fahrt zu einem Training und irgendwann der Anruf aus der NCAA. Keine dieser Gelegenheiten sah am Anfang so bedeutend aus, wie sie später wurde.

Deshalb: Sagt öfter Ja. Fahrt den zusätzlichen Kilometer. Meldet euch. Die meisten Türen öffnen sich nicht für die Menschen, die bereits alles können, sondern für diejenigen, die bereit sind zu lernen und Verantwortung zu übernehmen.

Sucht euch Menschen, die ehrlich mit euch sind. Menschen, die euch fördern, aber euch auch sagen, wenn etwas nicht gut war. Gute Kritik soll nicht verletzen – sie soll euch auf das nächste Spiel vorbereiten.

Und vergesst nie, dass ihr nicht allein auf dem Feld steht. Eine Crew trägt sich gegenseitig. Man gewinnt gemeinsam an Vertrauen, wächst gemeinsam an Fehlern und wird gemeinsam besser.

Am Ende geht es nicht darum, wie schnell man aufsteigt oder welches Logo auf der Uniform steht. Es geht darum, ob die Menschen neben einem wissen, dass sie sich auf einen verlassen können – gerade dann, wenn das Spiel schwierig wird.

Seid mutig genug, anzufangen, demütig genug, zu lernen, und verlässlich genug, dass andere euch gerne an ihrer Seite haben.

AFCV NRW: Vielen Dank für das Gespräch.

Janniks Motto

„Integrität zeigt sich nicht darin, die richtige Entscheidung zu kennen. Sondern darin, sie zu treffen, obwohl sie die schwerste ist.“

 

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Mit seinen mehr als 80 Mitgliedsvereinen ist der AFCV NRW der größte Landesverband für American Football und Cheerleading in Deutschland. American Football wird aktuell im Herrenbereich, sowie in den Jugendaltersklassen U10, U13, U16 und U19 angeboten. Die kontaktlose Variante, Flag Football genannt, findet bei uns in NRW vornehmlich an Schulen statt, wird aber auch in einigen Vereinen mit großer Begeisterung gespielt. Die Cheerleading-Vereine stellen ihr großes sportliches Können im Breitensport und bei den NRW-Landesmeisterschaften unter Beweis. Titelerfolge bei Deutschen Meisterschaften sowie Europa- und Weltmeisterschaften sind auch keine Seltenheit.

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